Ein Auditorium für C.E.T.A.!

Liebe Mitglieder, Freunde und UnterstützerInnen von Alternativas e.V.,

mein Name ist Harald Braun, ich bin seit Herbst 2023 Mitglied im Vorstand von Alternativas e.V. und möchte Euch hier über die Hintergründe, den Beginn und den Fortschritt unseres Bauprojekts für ein Auditorium auf dem Gelände unseres Partnervereins Centro Experimental de Talleres Artisticos (C.E.T.A.) in Cajamarca, Peru, berichten.

Vor etwa eineinhalb Jahren erhielten wir das Angebot einer großzügigen Spende in Höhe von 50.000 €. Dieses Geld sollte dem Projekt C.E.T.A. zugutekommen, allerdings unter der Voraussetzung, dass damit etwas geschaffen wird, das erstens von den in Peru tätigen Mitarbeitenden wirklich gewünscht ist und zweitens dem Projekt mittel- und langfristig einen nachhaltigen Nutzen bringt.

Es dauerte nicht lange, bis Rita und John (unsere KollegInnen vor Ort) genau wussten was sie wollten: Den Bau eines Auditoriums auf dem projekteigenen Gelände des C.E.T.A.! Bisher gibt es nur ein recht kleines Gebäude auf dem Grundstück (ca. 9 x 4 Meter), in welchem vor allem die Vorschule von Rita stattfindet, aber in welches auch die Kunst- und Theaterprojekte und andere Aktionen ausweichen müssen, wenn es regnet, und dies tut es in Cajamarca oft.

Grundriss des geplanten Erdgeschosses: Ein regensicherer Multifunktionsbereich mit Nebenräumen.

Das Auditorium, mit einer Grundfläche von ca. 20 x 9 Metern soll den verschiedensten Tätigkeiten einen regensicheren Platz bieten, bis hin zu der Möglichkeit dort Theateraufführungen zu veranstalten. Ursprünglich war ein zweistöckiges Gebäude geplant, wobei im 2. Stock Wohnungen zur Vermietung entstehen sollten.

Leider sind 50.000 € auch in Peru keine Millionen, so dass, nachdem Kostenvoranschläge eingeholt worden waren, bald klar wurde, dass das Geld nur für „zunächst“ ein Stockwerk reichen wird. „Zunächst“ meint, dass in Peru meist die Gebäude vom Fundament her so gebaut werden, dass jederzeit ein weiteres Stockwerk daraufgesetzt werden kann, sobald wieder Geld vorhanden wäre.

Jetzt ist der Plan, den Saal gelegentlich als Veranstaltungsort für Feiern an Menschen aus dem Viertel und Umgebung zu vermieten. Somit hätte C.E.T.A. Einnahmen, die es für sich nutzen kann.

Dank des enormen Engagements von Rita und John, die, neben ihrer täglichen Arbeit, verschiedenste Kostenvoranschläge einholten, Kosten für die Baupläne, Materialien etc. verglichen und schließlich einen Vertrag mit Maestro Epiquen geschlossen haben, konnten dann, am 28. Dezember 2025 die Bauarbeiten für das Auditorium auf dem Gelände des Centro Experimental De Talleres Artisticos losgehen.

Für mich war dies der perfekte Anlass um von Januar bis Februar dieses Jahres für vier Wochen nach Cajamarca zu reisen, zum einen um die Arbeit von C.E.T.A. vor Ort kennenlernen zu dürfen, zum anderen um endlich meinen alten Freund John wiederzusehen, den ich als Praktikant 1997/98 in einer Schule für Menschen mit Behinderung, in der er heute noch hauptamtlich tätig ist, in Cajamarca kennengelernt habe.

Da das Bauprojekt inzwischen in vollem Gange ist, ist die Idee entstanden auf unserer Homepage Euch über den Beginn und Fortschritt des Projekts mit Fotos und kleinen Berichten zu informieren. Dieser Bericht wird fortlaufend ergänzt…

Der Mauerabschnitt für den neuen Ort des Eingangstors wird abgerissen und das alte, markante Metalltor hier wieder eingebaut:

Ein Sichtschutz wird an der Straßenseite anbracht (es liegt keine Baugenehmigung vor, was aber ortsüblich ist, sie wird erst nach dem Bau eingeholt).

Flusssteine werden geliefert.

Maestro Epiquen, der den kompletten Bau organisiert und ausführt, gräbt die metertiefen Löcher für die tragenden Stützen. Ein großes, kreisrundes Loch für die unterirdische Zisterne wird ausgehoben.

Zement, Sand und Wasser werden geliefert, um die Stützenfundamente zu gießen. Damit nicht zu viel Zement verbraucht werden muss, werden große Flusssteine in die Löcher geworfen.

Mein erster Tag in Cajamarca, mit John und dem Maestro auf der Baustelle.

Unten das bisherige Projekt-Haus, welches natürlich erhalten bleibt; Auch John und ich dürfen Sand schaufeln und besorgen den Zisternen-Tank.

Die Bodenplatte wird geschüttet – Nach nur drei Wochen sind die Mauerwerkswände fertiggestellt und die erste Treppe ist gegossen!

Die temporäre Stützkonstruktion für die Decke wird errichtet, auf welcher nachher über eine Verbindung aus speziellen Ziegelsteinen und Eisenstäben Beton gegossen wird.

Der Stand der Baustelle im Frühjahr 2026!